Kunst Mal(l) anders!

Ausstellung „Kunst Mal(l) anders“ der Volme-Galerie in Kooperation mit dem Osthaus Museum Hagen.

Eröffnung: 27. Februar 2015, 15.30 Uhr

 

Raumflutung
„Wie auch immer es entsteht, die Künstlerin lässt es gelten: Bilder, die sich nicht nur an und auf den Wänden breit machen, sondern auch frei in den Raum ragen wie Gewandstudien. Das ist, „Kunst, die sich selber denkt“; sie fordert Eigensinn; sie ist auf Rahmen nicht angewiesen, unbekümmert breitet sie sich auf Planen und Folien aus, lässt den Trägern ihre ursprüngliche Natur, überspringt Lücken und Löcher oder gewährt Flecken, Falten und Rissen ihre Eigenart. Sie findet ihre Träger irgendwo; sie lässt sich die Umstände gefallen; sie dialogisiert mit den vielfältig strukturierten Gründen und Lichtverhältnissen. Sie findet und verwertet. Sie gibt dem, was wir Zufall nennen, dem, was einfach passiert, seinen Platz. So entwickelt sich etwas Eigenes im weiten Raum des Möglichen und des Unwägbaren.
Neben den Folien sind es Licht, Luft und Leere, der innere und der äußere Raum, d.h. auch die „immateriellen“ Dinge, die die Künstlerin wählt. Blanke Scheiben, eisige Kristalle von weißem Pigment, lichtes Gewebe und quecksilberne Pfützen brechen Blickachsen, irritieren Raumverhältnisse und spiegeln den Himmel ins Bodenlose. Lichtreflexe lösen sich von spiegelnden Oberflächen, von Pfützen, Wasserlachen und Fenstern und verdichten sich zu neuen Geweben, die sich wieder als durchlässige Membrane auf Wände und den hell leuchtenden Himmel legen. Das ursprüngliche Spiel von Zufall und Eingriff  wird nun zu einem Spektakel von Licht und Überblendung – so lange bis sich das Bild im Bild zu spiegeln scheint. Von der Wiederholung über die Variation bis hin zur Metamorphose schafft Ulrike Rutschmann Werke in repetitiven Strukturen, die immer wieder auf ein nächstes und übernächstes Bild Einfluss nehmen. Es gibt bilderlose Bilder, die nur als Momentaufnahme existieren, deren mögliche Bilder man nicht sehen kann, weil sie von anderen, wiederum nicht sichtbaren Bildern überlagert werden. Ein hintergründiges Spiel mit dem Sehen, mit Trugbildern, mit Illusion und Vision  und dem Unsichtbaren hinter dem Sichtbaren.“
Helga Scholl M.A., Aachen (2010)